• Die Aufwärtsbewegung der Aktienindizes ausgehend von den vorbörslichen Tiefs (Dax startete mit Opening Gap von ca. 100 Punkten im Minus) glich fast einer Art Trotzreaktion. Eine Trotzreaktion auf die Anschläge von Paris. Das Börsenportal Zero Hedge schreibt dazu gar sarkastisch und frustriert: „War is bullish!!! The Terrorists lose!!!“ ….und… „Sell volatility when terror strikes!“ (Vola Index Vix mit größtem Tagesrückgang seit 4 Wochen).
  • Ich als Bär, kann das so schon fast unterschreiben. Terroranschlag in Paris, egal. Rezession in Japan, egal. Schwache Makrodaten aus den USA, egal.
  • Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember ist in den letzten zwei Tagen übrigens von 70% auf 65% gefallen.
  • Vielleicht spielte gestern auch eine durch OPEX (Optionsverfall am Freitag) getriebene Price-Action eine Rolle. Es war bisher in 2015 nicht immer aber oft ein typisches Muster, dass die Aktien im Anlauf auf den OPEX-Freitag eine kurze und knackige Hausse hinlegten, nur um dann danach sehr schnell alles wieder abzugeben.
  • Es gilt jetzt umso mehr, den Blick für Wesentliche nicht zu verlieren. Risk Assets bleiben angezählt. Aktienbewertungen sind hoch, zum Teil höher als vor der August-Abwärtsbewegung, da sich Umsätze & Gewinne bei vielen Unternehmen zwischenzeitlich nochmals verschlechtert haben. Ich sehe weiterhin eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass wir die Hochs im Mai bereits gesehen haben. Wir haben es also mit einer langfristigen Top-Bildung am Aktienmarkt zu tun, auf die ein Bärenmarkt folgen wird.
  • Wie so oft bei vergleichbaren Bewegungen in der jüngsten Zeit, hatte auch die gestrige Rally keinesfalls gesunde „Internals“. Deutlich mehr Einzelwerte in den Indizes NYSE und NASDAQ handelten auf neuen Tiefs im Vergleich zu neuen Hochs (NYSE 131 vs. 12, NASDAQ 167 zu 15).
  • Das der S&P im Anlauf auf die psychologisch wichtige 2.000er Marke zunächst gute Unterstützung finden würde, sollte nicht verwundern. In diesem Bereich liegt die 50-Tage-Linie und das 38% Fib der Aufwärtsbewegung ausgehend Tiefs im Spätsommer.
  • Auffallend waren gestern abseits der Aktien vor allem €/$ (unter 1,070). Hier scheinen Hedge Fonds ihre bärischen Wetten mit dem Ziel der Parität weiter ausgebaut zu haben. Kupfer schafft es weiterhin nicht, einen Boden auszuhämmern. An 9 von 9 Tagen im Minus. Niedrigster Stand seit April 2009.
  • Unternehmensanleihen diesseits und jenseits des Atlantiks konnten die Party an den Aktienmärkten nicht nachvollziehen. Ich bleibe bei der Börsenweisheit: Credit anticipates, equity confirms!
  • Finnland: Das Parlament debattiert im kommenden Jahr über einen Austritt aus der Währungsunion. Nach einem Volksbegehren mit über 50.000 Unterschriften ist es nun dazu verpflichtet.
  • VW: Der „Skandal“ weitet sich aus. Bei neuen Untersuchungen wurde festgestellt, dass womöglich mehr Benziner von falschen CO2-Angaben betroffen sind als anfangs angegeben.
  • Portugal: Die Niederlage der Regierung ist laut Ratingagentur Moody’s negativ für die Bonität des Landes.

 

 

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